Reviews

In “ peek a boo music magazine“ 16/09/2014
Benny Caluwe

Aranea Peel is a front woman with impressive vocals. Sounding alternately furious, vulnerable, insane, dramatic, rabid, menacing, commanding and tempting. Grausame Töchter describes their music as dark electro punk. Because of the frequent use of classical instruments I would categorise it more as an industrialised Das Ich or a harsher Untoten meets Pzycho Bitch. Glaube Liebe Hoffnung is a great album with lots of variation. It’s released with a bonus-CD (limited to 1000 copies). On that one we get instrumental versions of their more popular songs. A similar concept as Death In June did on Peaceful Snow, resulting in a calm, sad, mysterious and poetic atmosphere. The cruel daughter will play on Black Easter in Antwerp. The story goes that some people got so electrified during a Grausame Töchter-show, that they had intercourse between the crowd in front of the stage. Stories like that only make us more curious than we already are. Don’t miss that opportunity.

 

In „Scharfe Schüsse“
von Danny B

Was den offiziellen Albumteil angeht, so kann man definitiv sagen, dass dieses Album in seiner Wesensbreite seinesgleichen suchen wird und das auf weiter, weiter Flur. Das Alleinstellungsmoment hält an und macht Grausame Töchter zu einer echten Ausnahmeerscheinung, nicht nur im Rahmen der breitgefächerten Gothic- & SM Szene.

 

Sonic Seducer, Ausgabe 10/2014
von Marc Urban

Wer die Grausamen Töchter kennt, weiß natürlich oder vermutet wenigstens, dass keines der drei Titelschlagworte auf dem Album wirklich eingelöst wird. Zumindest nicht in deren landläufiger Bedeutung. Denn auch auf dem dritten Werk der charismatischen HamburgerInnen um Aranea Peel ist Überzeichnung das Mittel der Wahl. Im Fokus diesmal: Religion und ihre Scheinheiligkeit! Musikalisch nähern sich Peel und Co. dem gesetzten Thema einmal mehr äußerst vielseitig, changieren zwischen rasantem Electro-Clash, Punk und Chanson. Mitunter möchte man einen Vergleich mit der inhaltlich allerdings deutlich harmloseren Band Grossstadtgeflüster bemühen. Als unverwechselbarer Fixpunkt im Dickicht der Emotionen fungiert hier wie da die Stimme der Frontfrau, die bei Grausame Töchter jedoch merklich variabler daherkommt und zudem in nahezu jedes musikalische Setting zu passen scheint – wie die Bonus-CD der limitierten Auflage bestätigt, auf der man die bekanntesten Songs der Band in teilweise sehr ungewöhnlichen Fassungen zu hören bekommt.

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Orkus Dez. 2012 / Jan. 2013
von Lydia Aufschlager

Ein Werk, das in puncto Authentizität seinesgleichen sucht. Mit ihrem zweiten Album entführt Aranea Peel auf Pfade, die uns noch tiefer in den dunklen Wald aus Lust, Schmerz, Liebe, Krankheit, Leidenschaft, Tod und vielem mehr bringen. Ist man einmal drin, kommt man so schnell nicht wieder heraus… Dazu sind Texte und Musik bei Weitem zu einnehmend, die Stimmung zu authentisch erzeugt, Frau Peel schlichtweg zu charismatisch. Sensibelchen (…) dürften an „Alles für Dich“ eine Weile zu knabbern haben. Man muss aber wahrlich kein BDSM-Fan sein, um die Kunst von Grausame Töchter zu lieben, oder wenigstens ihre Brillianz anzuerkennen. Die konnte tatsächlich noch gesteigert werden: im Gesamtkonzept stimmiger, ohne etwas von seiner wohlbekannten und geschätzten Vielseitigkeit einzubüßen, kommt der Sound feiner, härter, dunkler, brutaler, treibender, phantasievoller, teilweiser sogar experimenteller daher als auf dem Debut „Mein eigentliches Element“. Wer an diesem Album vorbeigeht, ist selbst Schuld.

 

Dark Spy N° 50 (6-2012) Nov./Dec.
von Christian Wojtysiak

(…) Aranea Peel & Band setzten hier im Vergleich zum Debut noch einen drauf und machen den Bandnamen wieder einmal alle Ehre. Die Texte sind noch schwärzer, böser und gemeiner als beim Erstlingswerk „Mein eigentliches Element“. (…) Titel wie “Therapie für Dich“ und „Rosen für Dich“ sind Manifestationen der dunkelsten Abgründe, in die eine Beziehung fallen kann. (…) Auch musikalisch wurde bei einigen Stücken noch ein Zahn zugelegt und so geht es mächtig brachial zur Sache. Die Stücke sind fast durchgängig tanzbar und dürften uns den ein oder anderen neuen Clubhit bescheren. Elemente aus den Bereichen Industrial, EBM, Soundtrack und TripHop erheben sich zu einem Soundfeuerwerkt der Marke „voll auf die Zwölf“. (…)

 

Zillo Dez. 2012 / Jan. 2013
von Marc Urban

Eine Band wie Grausame Töchter steht natürlich schnell im Verdacht, es musikalisch allenfalls auf Mittelmaß zu bringen. Schließlich steht das Inhaltliche im Vordergrund, und welche SM-Kapelle hat es zudem je zu höheren Soundweihen gebracht? Doch weit gefehlt. Auf ihrem zweiten Album hat Aranea Peel ziemlich exakte Vorstellungen davon, wie ihr Schocktherapie klingen soll. So geben Musiker an Klavier, Drums und vor allem der Baritongitarre dem Werk ein düsteres, gleichzeitig aber unheimlich dynamisches Timbre. Den Rest übernimmt die verbaloffensive Frontfrau, die (…) sich insgesamt vielseitiger zeigt als auf ihrem letztjährigen Debutalbum. (…) “Alles für Dich“ (…) bietet (…) eine Nische, die so konsequent und elaboriert bisher noch nicht besetzt wurde.

 

Sonic Seducer Dez. 2013 / Jan. 2013
von Uwe Marx

(…) Überhaupt zeigen sich Grausame Töchter als eine Kombination der legendären Die Form (in den 90er Jahren) und neueren Bands mit rebellischer Attitüde wie Die Perlen oder Grossstadtgeflüster. Tanzbar, modern und puristisch synthetisch. Rein musikalisch dürfte das auch ein Fall für Cybergoth-Jünger sein („Ich darf das!“); über den harten Kern der Fetischszene hinaus sind die Hamburger ja ohnehin mit ihrem zweitem Album schon bekannt. (…) Zeilen wie „Die Liebe ist ne Lüge, die bis zur Hölle stinkt!“ sind es auch, die von „Alles für Dich“ länger in Erinnerung bleiben. Ihr merkt es sicher schon, Romantik geht anders.

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Aus DarkSpy no. 40 März/April 2011
von Maria Catharina Madaffari

„…Aranea Peel, kreativer Kopf der Fetish-Formation, hatte schon lange das Bedürfnis, eine Band zu gründen. Dabei wollte die extrovertierte Sängerin, Tänzerin und leidenschaftliche Domina ihr Faible für BDSM und Fetish unbedingt integrieren.
Und dies ist ihr mehr als gelungen.
„Grausame Töchter bietenein hoch explosives Gesamtpaket aus provokanten Texten, brachialen Melodien und düsterer Fetish-Fotografie. Berechenbar sind die „Grausamen Töchter“ allerdings überhaupt nicht, denn Grenzen sind da, um überschritten zu werden. …“

 

Aus Orkus No. 4 April 2011
von Lydia Aufschläger

„Um Aranea Peels Soloprojekt muß man nicht viele Worte verlieren…. Name und Musik sprechen für sich. 2009 in Hamburg gegründet, hat es in bestimmten Teilen der SZene für AUfmerksamkeit gesorgt, die inzwischen auch außerhalb dieser wächst. Berechtigterweise. 
Denn eines wird gleich beim ersten Hören des Debutalbums „Mein eigentliches Element“ klar: Grausame Töchter ist in seiner Form einzigartig.“


CD-Review aus Orkus No. 4 April 2011
von Lydia Aufschläger

„Dunkel, stark, symphatisch, zärtlich und doch eiskalt. Aranea Peel läßt uns mit ihrem Debut an ihrer Seelenwelt teilhaben und hält uns gleichzeitig auf Abstand. Sie weiß genau, was sie will, und setzt es musikalisch so gut um, daß man selbst auch ohne Umschweife erkennt, was das ist. Diese CD ist stilistisch vielseitig und sehr spannend, weil sie gekonnt viele Elemente kombiniert. Hier paaren sich zum Beispiel harte elektronische Töne mit imposanten soundtrackartigen Melodien, oder Punk trifft auf die 20iger Jahre. Einige Texte sind sicher nicht jedermanns Fall, doch sind sie nicht nur unglaublich interessant anzuhören, sondern transportieren dazu höchst unterschiedliche Stimmungen. „Mein eigentliches Element“ überzeugt durch großartige Musik, tolle Lyrics und besonders durch die Authentizität Araneas. Wenn sie will, daß uns Schauer über den Rücken laufen, dann werden uns Schauer über den Rücken laufen. Wenn sie will, daß wir sie lieben, dann werden wir sie lieben. Langeweile kommt bei diesem Langspieler sicher nicht auf.“


Aus Sonic Seducer April 2011
von Marc Urban

„… So abschreckend ihr Name nämlich auch sein mag, optisch und musikalisch kann man an Aranea und ihren heißen beiden Schwestern durchaus Gefallen finden. …“


Aus DarkSpy No.42 Juli/August 2011
von Christian Wojtysia

Konzertreview Leipzig Moritzbastei und club2ug

„…. die Mimik ist beeindruckend und genauso auf Text und Musik abgestimmt, wie die Bewegungen ihres durchtrainierten Körpers – eine wohltuenden Abwechslung zu der Grobmotorik vieler anderer Bands des Genres. Hier zeigt sich dann auch wieder einmal, daß Kunst nicht nur mit Kreativität oder Innovation zu tun hat, sondern auch Handwerk ist. Auch deshalb darf man sehr gespannt sein, wie sich das Projekt „Grausame Töchter“ weiterentwickeln wird. …“


Terrorverlag
Alternative Music Webzine
von Neo 27.4.2011

„Mit den GRAUSAMEn TÖCHTERn kommt ein interessantes Debutwerk des Allround-Talents Aranea Peel auf den Markt, das aufgrund der S/M-Thematik hinsichtlich des Artworks erst einmal neutrale Erwartungshaltungen hervorruft, denn dahinter kann sich ja bekanntlich alles verstecken. Aber nachdem die Scheibe relativ elektronisch beginnt, wird schnell deutlich, dass Araneas charismatische Stimme der zentrale Schwerpunkt sein wird.

Laut Presseinfo soll die CD „Mein eigentliches Element“ ein Aushängeschild für ihre persönlichen Obsessionen im Bereich lesbischer und sadomasochistischer Sexualität liegen, dies trifft auf eine bestimmte Art auch zu, ist aber für mich fast zu flach ausgedrückt, denn die Songs werden mit viel Theatralik und einer guten Spur Punk gesungen, als ob man zwischen GOETHES ERBEN und GROSSSTADTGEFLÜSTER eingeklemmt ist, wobei das Ganze sehr oft auch an Bands wie NICHTS, NINA HAGEN oder MALARIA erinnert, irgendwie halt der klassisch-alte Punk-Wave-Touch. Musikalisch umspannt die „Jungdomina“ einen hohen Bogen ums Grundgerüst Darkwave mit Klassikelementen, Electroclash, Minimal-Rave, Trip Hop und EBM, trotzdem unterstützt jeder Song die übergreifende Thematik perfekt und es wird sozusagen ein ausgewogener Musicalsoundtrack dargeboten, als ob man lyrisch den Film „Breaking Glass“ nachspielt mit all seinen Höhen und Tiefen. In erster Linie muss man die Scheibe als Gesamtkunstwerk sehen, und vielleicht gefällt sie mir deswegen so überdurchschnittlich gut, denn das, was ich höre, ist mit viel Seele und Talent ausgestattet, was zu großen Teilen nicht „gut“ für die Disko ist, wenngleich einige Titel wie „Bis das Blut fließt“ oder „Freundin“ gute Chancen hätten, beim breiten Publikum anzukommen, andere eventuell in Nischen erfolgreich sein könnten, aber effektiv wird es definitiv niemals in einer EBM-Runde gehört werden.

Künstlerisch muss ich dem Projekt ein hohes Lob aussprechen, Vielfalt und Kreativität bewegen sich auf einem sehr hohen Niveau und unterhalten mich auf sehr lange Strecken, zwar eher ideal für einen unterhaltsamen Abend als für die Outdoor-Tour, trotzdem wirkt das Material wie der Soundtrack eines (eigenen?) exzessiven Lebens. Große Hochachtung für die Dame, während man bei aktuellen Veröffentlichungen immer mit den gleichen Stereotypen belästigt wird, wirkt Ihre CD wie Leuchtturm in der schwarzen Dunkelheit.“


Austrian Gothic Community
11.5.2011
Über das Album „Mein eigentlches Element“:

„Ein sehr abwechslungsreiches Album, grundsätzlich im Neo-/Techno-EBM angesiedelt, aber mit überraschend vielen Anleihen aus anderen, ernstzunehmenderen Stilrichtungen. Sehr überdreht und hysterisch bisweilen, sicher nicht jedermanns Sache. In aller Abgedrehtheit aber ein authentisches Album einer Künstlerin, die wohl mehr will als sich nur ein Aufreger-S/M-Image zu verpassen.“


metal.de
24.4.2011

„Grausame Töchter“ – ein neues Projekt stellt sich der Elektrogemeinde vor, speziell denjenigen, die ein Faible für Fetisch und Lack & Leder haben. Gegründet wurde das Projekt vor 2 Jahren von einer jungen Dame namens Aranea Peel, die man im Booklet dann auch mal gleich so bewundern kann, wie Gott sie geschaffen hat. Zusammen mit den weiteren Eindrücken von Cover & Booklet ist die grundlegende Ausrichtung dann auch relativ klar umrissen. Musikalisch bietet „Mein eigentliches Element“ ein buntes Allerlei aus EBM, Industrial, Noise und Punk – letztgenanntes wird vor allem auch durch den lasziv-erotischen und immer wieder verfremdeten Sprechgesang von Aranea ausgelöst, der sich wie ein roter Faden durch die insgesamt zehn Tracks zieht. Zusammen mit den überwiegend hypnotisierend-monotonen Beats sind es vor allem diese Vocals, die den Sound von „Grausame Töchter“ prägen. Hinzu kommt ein gewisses Fetisch-Ambiente, das stellenweise – wen wundert es – an DIE FORM erinnert, ohne dass man jedoch einen wirklichen Vergleich zwischen diesen beiden Formationen ziehen könnte.“


Aus peekaboo music magazine
Dennis Ohrt
19.6.2011

„More or less by coincidence I came across the sounds of Grausame Töchter on webradio and got curious about Aranea Peel’s project. Formed in 2009, she now offers us her debut album with ‚Mein Eigentliches Element‘.

Already the opener ‚Untergang‘ offers a good introduction of what to expect here: very drumbased sounds mixed with some noise attacks. Over the top the at times, almost lovely, fairytale-lke or rather harsh and determining sounding vocals. It is definetely not an album for lighthearted or anyone who wants to hear about how beautiful the seaside is… If you still remember ECO and you can deal with straight into the face lyrics, this is a nice release for you. A vinyl edition would be perfect, to give oneself a short breather in the middle before being attacked again by Aranea. The whole album could work well as a soundtrack for an exploitation flick without any doubt.

Especially recommended: ‚Freundin‘, a lovely story about a girl who no-one wants to be friends with except one merciful lady, there are some rules for this friendship, though… Oh, and before I forget it, better not play this album for your grandma!“


Aus Side Line music magazine
25.5.2011

„Aranea Peel is the hidden force behind this new project. She claims to hate pop music and everything that isn’t authentic because not authentic means: not artistic! But artistic means: emotion, ecstasy, sex and consequence! It’s a rather interesting quote as this female artist wanted to realize and probably exorcize her private obsessions in an artistic way. Inspired by her childhood at the ballet academy, theatre, the passion for the chansons of the 20s and her pronounced lesbian and s/m penchants she had enough material in mind to set up Grausame Töchter. I personally didn’t expect such a result, which is clearly electro-like. 
The authenticity of the composition is for sure a unique electro approach. The debut of the album left me rather breathless. “Untergang” and “Mephisto” both are excellent pieces on which technoid elements, brutal industrial components and a real noticeable production of the vocals are the main characteristics. Notice by the way that all songs were sung in German. Certain complexity in writing appears to be a red line all over the album, but A. Peel sometimes went too far in complexity. She also likes to experience with a lot of influences, the electro-clash sounding “Bis Das Blut Flieβt” or the experimental-like “Wie Eine Schlange” being a damn good illustration of her arsenal. It’s just a pity that after an astonishing debut part the album slowly starts to stagnate. I’m sometimes missing coherence in between the tracks, but here again I think it reflects the artistic freedom and creativity of the artist. A last note about this album concerns the artwork and booklet showing the more provocative side of the artist. Grausame Töchter got the help of producer Gregor Hennig, but is first of all a noticeable new female project now launched on the scene.“

 

Aus Art Noir
von Cyril Schicker
3.6.2011

„Ihr Lebenselixier ist ein Cocktail aus Emotion, Ekstase, Sex und Konsequenz. Ihre Leidenschaft wird jeweils zu gleichen Teilen von Chansons aus den 20-er Jahren, von Sadomasochismus und von gleichgeschlechtlicher Liebe genährt. Aranea Peel heisst sie und ihr seit 2009 bestehendes Kunstprojekt trägt den Namen Grausame Töchter.
Der jüngste Silberling hat Peel „Mein Eigentliches Element“ gekauft – die von ihr ins Feld geführte Konsequenz lässt sich also auch in der Namensgebung wieder finden. Grausame Töchter ist als Melange aus EBM, Industrial, Noize, Punk und Klassik zu sehen. Orgiastisch bis verstörend kommen die Songs daher, Höhepunkt ist sicherlich der Ausgangstrack Untergang. … Böse und grenzüberschreitend kommen Grausame Töchter wirklich daher, Zartbesaitete laufen beim Durchhören wohl denn auch Gefahr, eine Gehirnblutung oder Seelenkrebs zu erleiden. Obacht also. Aranea Peel setzt allerdings nicht auf schändlich-peinliche Effekthascherei, sondern paart Extravaganz mit Können und Hingabe. Die deutsche kunstschwangere Wohlgestalt verbrachte ihre Kindheit/Jugend an der Staatlichen Stuttgarter Ballettakademie und am Magdeburger Landestheater.“


Aus „Gedankendeponie“
von Prinzessin
6.4.2011

„In meinem Gastbeitrag hier auf der Gedankendeponie rezensiere ich Mein eigentliches Element von Grausame Töchter. Dieses Projekt ist 2009 von Aranea Peel gegründet worden und bis auf einzelne Tracks gab es bisher kein Album von ihr. Am 01. April ist dieses Debut jetzt erschienen. Live geht die Dame mit drei Drummern auf Tour – das ist schon mal bezeichnend für den Klang des Albums.

Das Album startet mit Untergang. Der erste Höreindruck erinnert gleich an Soko Friedhof. Nur mit Frauenstimme. Der Song und auch Mephisto sind bestimmt auch auf einer Tanzfläche gut aufgehoben. Danach folgt mit Beileidigte Engel ein eher ruhiger, kraftvoller Song. Hier ist die Stimme unverzerrt zu hören – die Dame hat eine wunderbare Stimme. In Bis das Blut fließt geht es dann richtig rund. Aranea klingt wie Großstadtgeflüster mit einem herrlich männerfeindlichen Text, den wohl so ziemlich jede Frau in Teilen verstehen kann. Danach bekommen die Frauen aber auch ihr Fett weg. Freundin – die beste Freundin, die alles für ein bisschen Ruhm machen würde. Mit ihr rechnet Aranea hier ab.

Die zweite Hälfte beginnt mit Wie eine Schlange. Dieser Song plätschert so vor sich hin, hinterlässt aber keine Spuren. Danach ist dann klar, warum Konna mir diese CD zur Rezension vorgeschlagen hat: Liebestod beginnt mit ‘Hey Prinzessin, glaub doch nicht an Liebe!‘ Subtiler Text über Sex & käufliche Liebe mit einem kräftigen Beat untermalt. In Drecksau entfaltet sich ihre Stimme noch einmal völlig. Wie sehr man durch die Betonung den Worten ihre Bedeutung entziehen kann. Mein Messer beginnt eigentlich erst ab 3:20. Davor ist die Einleitung doch ziemlich dröge, ich hätte fast vorgespult. Der Song ist 11 Minuten lang – hätte nicht sein müssen. In sehr gekürzter Form auf jeden Fall richtig tanzbar. Der letzte Song Warum nur? beginnt recht ruhig, endet aber doch etwas überdreht. Trotzdem ein passender Abschluss für die Platte.

Fazit
Das Album besteht aus verzerrten Frauenstimmen, stampfenden Beats und subtilem Sex. Aranea nimmt kein Blatt vor den Mund und die autobiographischen Texte zeigen eine Reise in ihre Seele – eine Seele, die bei vielen Gruftschnecken vermutlich ähnlich aussehen wird. Bissig auf den Punkt gebracht, Aranea. Für ein Debut-Album ordentlich was vorgelegt, aber noch immer Luft nach oben. Gerade in der zweiten Hälfte des Albums. Trotzdem werden einige der Tracks hoffentlich ihren Weg auf die Tanzflächen finden. Bleibt nur zu sagen: ‘Dann heul doch.‘“


Aus Brutal Resonance
von Thomas Gass
22.5.2011

„Grausame Töchter (lit. ‚cruel daughters‘) is the musical project of German Aranea Peel, which she started in 2009. Areanea brings her previous experience of both classical and modern dance/theatre to Grausame Töchter, as well as a hefty dose of evocative and erotic themes; this is reflected as much in the project’s sound as it is in the BDSM-themed lyrical content and live presence. 

The first thing that strikes me about this album is the range of influences being encompassed, and sublimely at that, into one overall style. The music is at the same time contemporary and retro; heavy beats and extensive use of tom drums (on stage, the band make use of no less than three drummers) give the music an old-school flavour which a lot of the time borders on the martial. Just when you think you’re listening to the offspring of dark ambient or neofolk, a filthy electro bassline comes out of nowhere to bring it back to today’s musical precepts. 

There’s even use of orchestral samples throughout (the violin samples on ‚Freundin‘ are fantastic), a treat for those of us who remmber the heady days of 90’s electronica. Guitar lines also feature throughout the album, although in a slightly diminished, low-key capacity rather than as a major element of the music. This doesn’t detract from the music, as it simply acts as yet another element in the genre-spanning sound. 

Aranea’s vocals are the part of Grausame Töchter’s sound that ironically were the biggest block to me at first, but which became one of my favourite parts of the sound. She is capable of both soft, soothing ranges (such as on the spoken intro to ‚Wie eine Schlange‘) and that hallmark of the old school EBM sound, martial chanting. When she uses the latter style the power in her voice is almost palpable through the speakers, putting her on par with other proponents of that vocal style such as McCarthy, de Meyer and Douglas Pearce. 

The range on this album is pretty good; tracks like ‚Mephisto‘, ‚Bis das Blut Fliesst‘ and ‚Freundin‘ are obvious overtures to today’s electro-industrial/cyber club-goers with their overt use of pounding drums and contemporary sampling/keys. The second half of the album is a different beast entirely: it focuses more on dischordant sounds and low-tempo ambient noise. Perhaps Aranea’s love of using sex as a metaphor in her music is at play here, but whatever the reason, it means the album has a multi-faceted appeal that is becoming far too rare with contemporary industrial releases. 

Overall, this is an excellent album which, although it isn’t exactly pushing the envelope too far with regard to contemporary releases (everything being done by Grausame in the studio has been done before by other artists, although in a lot of cases not as well), is still a great example of how modern industrial need not be nothing but bleeps and beats. There’s a lot of creativity here, and a solid aesthetic behind it. „


 Aus QranQ

„Waar de meeste Electro bands steeds meer techno-achtige muziek gaan maken om de voetjes van de vloer te krijgen, zo ontstaat er gelukkig ook een nieuwe stroming die weer teruggrijpt naar de begindagen van het elektronische geweld.

Aranea Peel is verantwoordelijk voor de muzikale richting die Grausame Tochter neemt en nee, je hoeft niet geil van haar te worden of je moet een vrouw zijn of in extreme SM te willen participeren, dat zijn namelijk haar hobby’s. Verder houd ze van ballet, jaren ’20 muziek en theater. Deze niet alledaagse mix vertaalt ze naar muziek en geeft ons weer wat om te luisteren.

Op de Duitse dansvloeren is ze inmiddels al een hit en dat is positief te noemen want hopelijk volgen er nu meer bands die weer eens de oude richting opgaan. Vernieuwend is het allemaal niet, gepolijst is het ook niet echt te noemen maar geslaagd is het zeker. Al vanaf opener “Untergang” horen we de Industriële ondertoon die op de gehele cd aanwezig is, soms is het wat meer dansbaar zoals in “Freundin” maar ook in dit nummer hoor je duidelijk de Industrial invloeden. Je hoort aan de cd dat er echt over de muziek is nagedacht en dat men het vol overgave doet, je voelt ook dat de SM aanwezig is.“

 

Von Petra Klages, Autorin und Kriminologin
6.6.2011

Kompromisslos 
ART – Un-ART 

Kunst war zu allen Zeiten Ausdruck der Gesellschaft in welcher sie entstand. Kunst ist immer ein Kind seiner Zeit, kompensiert zuweilen die Vergangenheit und ist gelegentlich zukunftsweisend. Kunst ist durchaus nicht immer konform mit den emotionalen Befindlichkeiten der Massen, sondern kontrovers, nicht dichotom, oftmals provokativ und zu guter Letzt kann Kunst ein Spiegelbild sein. 

Grausame Töchter, das heißt: Expressive Aggressionen, Feindseligkeit, Sadismus, Masochismus und verbale Entgleisungen der extremen Art. Niedrigst angesiedelte Emotionen und geistige Verflachung – und das alles in Kombination mit der allgegenwärtigen Gier der Menschen nach Sexualität – das stellt beeindruckend und schonungslos die Frontfrau von ‚Grausame Töchter‘ auf ihre unverwechselbare und schockierende Art und Weise dar. 

Die übelsten, verruchtesten Dinge, denen wir tagtäglich in unserer Welt begegnen ‚ oder wenigstens leicht begegnen könnten, wenn wir die Augen öffnen – all das, was uns umgibt ‚ immer und überall, DAS ist Thema ihrer Auseinandersetzung und Bestandteil ihrer wohl durchdachten extremen schauspielerischen und auditiven Darbietungen. 

Wir hören und sehen (auf einem ihrer zahlreichen Konzerte ist neben dem auditiven Vergnügen auch der visuelle Genuss möglich) künstlerische Darstellungen, die nicht den normkonformen Gepflogenheiten entsprechen und sich nicht an geschlechtsrollenstereotypen Vorurteilen festklammern. Sie ist hart, sie ist kalt, brutal und abgrundtief bösartig ‚ sie macht sich zum Spiegelbild einer zum Teil ans pervertierte grenzenden Kultur ‚ absolut kompromisslos. 

Sie spiegelt auf der Bühne und in ihrer Musik die unterschiedlichsten und dunkelsten Seiten unserer Existenz wider, denen wir zum Teil mit einer völlig ambivalenten Hassliebe in uns selbst begegnen. 

Diese Art von Kunst mag nicht jedem Menschen gefallen und manche werden sie vielleicht sogar verabscheuen ‚ nicht zuletzt wegen ihrer Art schonungslos die Essenz der niedrigsten menschlichen Emotionen und sexualisierter Verhaltensmuster so treffend darzustellen. Konservativ Orientierte und normkonforme Dogmatiker werden möglicherweise erschüttert sein und zu inquisitorischen Gedanken oder ähnlichem regredieren. Leider bleibt ihnen der Blick nicht nur auf diese Kunst sondern auch auf diese Welt – die Realität verwehrt. 

Die Kunst von ‚Grausame Töchter‘ ist unverzichtbar, sie zeigt uns wichtige Bestandteile unserer Welt. Sie ist schonungslos, provokativ, einzigartig und tatsächlich – grausam.

 

Interview in Blitz
Fragen von Volly Tanner

Seriös wie eine Schwarze Witwe

Der derzeit wohl heißeste Act Deutschlands kommt nach Leipzig, zu „Schwarzes Leipzig tanzt!“, und verbindet Sex mit Sex mit Sex – und mit Musik.

Aranea Peel steht den Grausamen Töchtern vor und stand unserem Mitarbeiter Volly Tanner Rede und Antwort. Sie beeindruckt, und es beeindruckt, was sie macht.

BLITZ!: Mit den Grausamen Töchtern kommst Du am 29. April in die Moritzbastei. Nun, liebe Aranea, erfuhr ich in der Vorrecherche plattgemacht folgendes: Lesbische Domina macht Industrial mit sexuell aufgeladenen Texten, das Ganze P18, und dies nicht ohne Grund. Ist das Kunst? Oder nur eine besonders spezielle Party?
Aranea Peel: Ich will weder einfach nur Party machen noch große Worte in den Mund nehmen. Ich mache meine Musik und präsentiere und interpretiere meine Musik so, wie ich es für richtig und ehrlich halte. Das macht meiner Meinung nach Kunst aus, solange man nichts kaputt-interpretiert. Was auf der Bühne passiert, das passiert. Ich will mich nicht durch falsche Hemmungen behindern lassen.

BLITZ!: Aranea heißt Spinne. Wo bist Du spinnengleich?
Aranea Peel: Spinnen faszinieren mich! Ich mag so sehr die Schwarze Witwe, die das Männchen zur Paarung lockt und lockt und lockt – bis das Männchen nicht mehr widerstehen kann und sich ihr hingibt, sich danach völlig geschwächt von ihr aussaugen lässt und ihr noch mehr Stärke verleiht. Wie süß ist dieses schöne Naturschauspiel!

BLITZ!: Dein Körper ist faszinierend und erregend. Hat es viel Kraft gekostet, dieses Gefäß zu erschaffen? So wird frau ja nicht geboren.
Aranea Peel: Ich tanze seit meiner Kindheit und habe Tanz studiert. Das ist mein einziger Sport. Ich esse wirklich alles, besonders gern frisches Rindfleisch wie zum Beispiel Tartar. Das schmeckt und ist extrem eiweißhaltig.

BLITZ!: Nun bist Du mit Deiner „grundlegend verdorbenen“ Show bei einem richtigen Label, Dark Dimensions, gleichzeitig mit den Alt-Helden Fliehende Stürme, gelandet. Ist das der Aufbruch ins seriöse Fach?
Aranea Peel: Seriös war ich auf meine Art und Weise schon immer. Seriös heißt für mich ehrlich und authentisch. Mit Dark Dimesions arbeite ich sehr gerne zusammen. Ich glaube, es ist genau das passende Label für Grausame Töchter.

BLITZ!: Dein Industrial ist extrem frei von fundamentalistischen Sichtweisen. Wieso hast Du dieses Genre als Ausdrucksform gewählt? Ist Industrial sexy?
Aranea Peel: Industrial kann sehr gut Kälte und Härte ausdrücken. Sicher ist das sehr individuell, wenn ich sage, ich finde Kälte und Härte sexuell erregend. Ansonsten muss ich immer wieder sagen, dass mich fundamentalistische Sichtweisen absolut gar nicht interessieren. Fundamentalismus heißt, Individualität aufgeben.

BLITZ!: Jetzt bist Du erstmal mit dem Album auf Tour. Wie aber geht’s weiter mit den Grausamen Töchtern? Hast Du noch Zeit fürs Dominierende?
Aranea Peel: Wir drehen gerade ein schönes Video zu dem Lied „Untergang“. Das ist der erste Track auf der CD. Der Video-Dreh macht ungeheuer viel Freude. Heute früh haben wir gerade eine Mordszene in einer hinreißenden Moorlandschaft gedreht. Für das „Dominieren“ muss ich mir keine Zeit nehmen, das mache ich eigentlich immer ganz automatisch und selbstverständlich.

BLITZ!: Danke, dass wir das von Dir erfahren durften.
Aranea Peel: Sehr gerne.


 Aus Zeitpunkt Kulturmagazin
von Volly Tanner

„Aranea Peel ist die Frontkoboldine und brachiales Leben, exzessives Dasein und autonomes Denken. Dazu eine musikalische Untermalung fast schon atavistischster Prägung, die in jedem Ton nur der Gefolgschaft der Chefin zu dienen scheint. Das stampft in tiefsten Tönen, das klirrt und schranzt an Großstadthitze und Lack/Latex-Ikonografie. Beeindruckend – ein Gesamtkunstwerk, völlig universell ausgerichtet auf die Supernova Aranea, ein explodierendes, voller dunkler Energie vibrierendes Bündel Frau.

Natürlich werden Stilmittel genutzt, die den „braven Schlummernden“ in uns allen wecken und erschrecken – aber das gehört alles zum Spiel und sieht auch noch wirklich gut aus. Und dass GT mittlerweile bei Dark Dimensions unterschrieben haben, dem Label, das letztes Jahr auch die Helden von Fliehende Stürme in ihr Portfolio aufgenommen hat, ist ja auch ein Qualitätszeichen. Wirklich heutig, wirklich wüst, wirklich Metropole, dieses, sich an Dr. Faust anlehnende, Werk.“


 

Ein Gedanke zu “Reviews

  1. wenn eure unzensierte live-show wirklich so hart ist, das der einlass erst ab 18 freigegeben ist, solltet ihr auf jeden fall eine live-dvd+videoclips veröffentlichen für die fans die nicht so einfach die möglichkeit haben auf eins eurer konzerte zu gehen.

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